“Unser TIGIS Europa im Einsatz” – Malteser Wießenfels

Dürfen wir vorstellen: “Der Dicke” und “Die Hummel”. So liebevoll nennen die Malteser Weißenfels ihre beiden TIGIS Europa. Wie es zu den Spitznamen gekommen ist, ist schnell erklärt. “Der Dicke” ist halt ein schöner dicker Koffer für Schwerlasten, “Die Hummel” ist das zwar auch, aber, es ist das einzige Fahrzeug im gesamten Fuhrpark das Gelb ist – daher “Die Hummel”.

Es ist der 29.01.2019, 9.00 Uhr. In der Übergangswache Weißenfels treffen wir uns mit Rettungssanitäterin und angehende Notfallsanitäterin Sabine, Rettungsassistentin Anne und Notfallsanitäter Jonas, das Team welches wir dieses Mal begleiten. Es ist ungewöhnlich ruhig auf der Rettungswache. Anne liest ein Buch, Sabine lernt und Jonas sitzt am PC, schreibt Protokolle. Die Zeit nutzen wir und unterhalten uns über “Die Dicke” und “Die Hummel”. Beide TIGIS Europa sind Vorführwagen, ausgestattet mit der AM-Gerätehalterung, dem Power Load System, drei Sitzen im Patientenraum und einem ABS-Ausbau. Täglich werden ca. 8-12 Einsätze pro Fahrzeug in Weißenfels und Umgebung gefahren. Bei Verlegungen geht es auch mal nach Halle – “Wir freuen uns immer besonders, wenn wir nach Halle ins Uniklinikum fahren können, denn mit dem TIGIS Europa sind wir irgendwie höher angesehen. Man wirkt professioneller – Das macht uns stolz!”, erläutert Marcel, der auf der Couch relaxt. Warum ist das so, fragen wir nach. “Das Design hebt sich ab, die TIGIS Europa sind halt was Besonderes.”

Gerade als wir beim Thema Einsätze sind, die meisten werden übrigens aufgrund eines Zuckersturzes gefahren, erhalten wir den ersten Einsatz. “Starke Bauchschmerzen bei einem 14-jährigen Mädchen”, heißt es. Sofort geht es los. Sabine startet während der Fahrt die Systeme über das Touch Panel, welches direkt neben dem Sitz verbaut ist. Anne schlängelt uns durch den Verkehr und wir stellen dabei fest, dass es schon merkwürdig ist, im Patientenraum zu sitzen und nach vorne wenig Orientierung zu haben. Fahren wir nach links, nach rechts, wird gleich gebremst? “Hilfreich bei der Orientierung ist das seitliche Fenster”, so Sabine. “Schön ist es auch, dass es trotz hoher Geschwindigkeit angenehm ruhig hier hinten ist”, ergänzt sie. Angekommen weiß jeder was er zu tun hat. Jonas greift nach dem Notfallkoffer, der sicher im Fach am Einstieg verstaut ist,(?) und eilt mit Sabine zur Patientin. Anne bereitet einen eventuellen Transport der Patientin vor. Als Jonas mit der ersten Befragung und dem Abtasten fertig ist, entscheidet der inzwischen eingetroffene Notarzt, den Transport in das Krankenhaus. Schnell bringt Anne, mit Hilfe der elektrischen Fahrtrage, die Patientin in den TIGIS Europa. Während der sicheren Fahrt wird die Patienten beruhigt und schmerzlindernd versorgt. Gerade im Krankenhaus angekommen, erhalten wir den nächsten Einsatz. Ein häuslicher Unfall! Nach einem Sturz klagt ein 35-jährigen Mann über starke Schmerzen am Hinterkopf. Am Einsatzort angekommen, erfahren wir, dass sich der Patient nicht mehr bewegt. Jonas findet den Mann, so wie er gefallen ist, vor. Er geht kein Risiko ein. Mit dem Verdacht auf eine Fraktur der Halswirbelsäule wird der Notarzt gerufen. Anne organisiert den Einsatz. Sie informiert die Leitstelle, die wiederum die Feuerwehr ruft, um den Patienten rückenschonend aus dem 3. Stock transportieren zu können. Aus dem TIGIS Europa holt sie die Absaugpumpe, den Corpuls zur vitalen Überwachung und den Combi Carrier, der sich griffbereit im äußeren Staufach befindet. Während der Erstversorgung des Patienten, sind bereits die Feuerwehr und der Hubschrauber eingetroffen. Aus dem Fenster und über die Feuerwehrleiter wird der Patient in den TIGIS Europa verlegt. Dort werden weitere Maßnahmen eingeleitet, um den Transport mit dem Hubschrauber nach Halle vorzubereiten. Zwischenzeitlich befinden sich fünf Personen gleichzeitig im TIGIS Europa – gut, dass es so viel Platz darin gibt! Mit Schrittgeschwindigkeit geht es zum Hubschrauber. Dort angekommen sind noch einmal alle Hände von Nöten, für eine ruhige, bewegungslose Verlegung des Patienten in den Hubschrauber.

Jonas atmet durch: “Das ist meistens so! An den Tagen an denen es entspannt zu sein scheint, geht es auf einmal von null auf hundert. Man ist dann so richtig gefordert und ich bin froh, dass der Einsatz so gut verlaufen ist”.

Die Ambulanz Mobile bedankt sich bei den Samaritern Weißenfels für die Einblicke in deren Rettungsalltag, für die tolle Unterstützung und wünschen allzeit gute Fahrt mit “Der Dicken” und “Der Hummel“!

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